Wer sind wir?

Der Schwertbund Nurmberg e.V. ist ein gemeinnütziger Verein und Mitglied im Bayerischen Landessportverband.

Im Gegensatz zu Sportschulen gibt es bei uns keine finanziellen Interessen. Alle Übungsleiter sind ehrenamtlich tätig. Der Mitgliedsbeitrag dient hauptsächlich der Kostendeckung und kann daher entsprechend günstig gehalten werden.

 

Was tun wir?

Nicht nur in Asien, sondern auch bei uns in Süddeutschland existierte eine hoch entwickelte Kampfkunst, deren Wiederbelebung wir uns als Ziel gesetzt haben.

Vor allem in Nürnberg, eine der bedeutendsten deutschen Städte des Mittelalters und der frühen Neuzeit, war der Schwertkampf eine beliebte bürgerliche Freizeitbeschäftigung.

Historische Fechtkunst, bzw Historische Europäische Kampfkunst, international auch als HEMA (Historical European Martial Arts) bezeichnet, bedeutet für uns die Rekonstruktion und Ausübung von Techniken unserer eigenen jahrhundertealten kulturellen Kampfkunsttradition anhand von historischen Quellen aus dem 15. und 16. Jahrhundert unter besonderer Berücksichtigung der historischen Kampfkunsttradition Nürnbergs.

Der Begriff „Fechten“ meint aber nicht nur den Umgang mit dem Schwert, sondern beinhaltet eine Vielzahl verschiedener Waffenformen. Außerdem ist er eng verbunden mit dem "Ringen", das damals eine Vielzahl von Hebel-, Wurf- und Selbstverteidigungstechniken beinhaltete.

 

Welche Verständnis vom Schwertkampf haben wir?

"Ritterromantik", Historische Darstellung, Wettkampfsport, Persönlichkeitsentwicklung oder einfach nur ein ungewöhnliches Hobby?

Die individuelle Motivation sich mit alten Kampfkünsten zu beschäftigen ist vielfältig. Auch wenn sich die ursprünglich kriegerische Zielsetzung im Laufe der Zeit schon früh zu einer rein sportlichen gewandelt hat, wurde Kampfkunst immer schon auch als Freizeitbeschäftigung ausgeübt. Die historischen Fechtergesellschaften der Marx-Brüder und Freifechter von der Feder könnte man somit als die ersten "Sportvereine" bezeichnen. Bereits 1545 heißt es im Fechtspruch des Nürnberger Meistersingers und Schuhmachers Hans Sachs:
„Ich bitt euch, sagt mir auch / Weil kempffen nit mehr ist im brauch / Was ist die kunst des fechtens nütz? / Er sprach: Der frag bin ich überdrütz. / Laß fechtn gleich nur ein kurtzweil sein / Ist doch die kunst löblich und fein.” 

Allerdings läßt sich in der noch relativ jungen Szene der Historischen Europäischen Kampfkunst derzeit eine ausgeprägte Tendenz zu einem modernen Sportfechten in moderner Rüstung (sprich: Schutzbekleidung) beobachten. Die Entwicklung des Historischen Schwertkampf zu einem modernen Wettkampfsport hat sicherlich ihre Berechtigung, kann aber nach unserer Ansicht nur bestimmte Aspekte des Schwertkampfes wiedergeben und verändert zudem die Sichtweise auf die alten Texte, die sich mit dem so genannten Bloßfechten, also im Gegensatz zum Harnischfechten, dem Fechten ohne Schutz befassen.

Natürlich steht auch bei uns die persönliche Sicherheit im Vordergrund. Allerdings verzichten wir weitestgehend auf moderne Protektoren und beschränken uns auf Fechtmasken und leichte Handschuhe. Dies setzt allerdings eine andere Herangehensweise bei der Umsetzung der Techniken voraus.

Beim Bloßfechten nach der Lehre des Johannes Liechtenauer nimmt das Fühlen am Schwert, d.h. das Gespür dafür, ob sich der Partner weich oder hart in der Bindung befindet, einen besonderen Stellenwert ein. Zusammen mit anderen fechterischen Prinzipien entsteht somit ein sehr komplexes Kampfkunstsystem, dessen Rekonstruktion und Umsetzung im Training bei uns im Vordergrund steht.

Warum Fechten auch in heutiger Zeit noch eine sinnvolle Freizeitbeschäftigung ist, sei hier wiederum mit Hans Sachs beantwortet:
"Auch macht fechten, wer es wol kan, Hurtig und thetig ein jungen man, Geschickt und rund, leicht und gering, Gelenck, fertig zu allem ding"

Fechten bei uns ist allerdings nicht nur für junge Männer geeignet, sondern für Frauen und Männer jeglichen Alters ab 18 Jahren.



Woher kommen wir?

Der Schwertbund Nurmberg e.V. hat sich aus Teilnehmerinnen und Teilnehmern der Kurse am Bildungszentrum Nürnberg entwickelt, die Wolfgang Abart seit Anfang 2005 dort regelmäßig anbietet. Die Auffassung von Wolfgang Abart und seiner Schule Lebendige Schwertkunst die Historische Fechtkunst als Kampfkunst und weniger als Wettkampfsport zu begreifen, hat damit auch uns wesentlich geprägt.

Wir empfehlen daher ausdrücklich auch den Besuch dieser Kurse beim Bildungszentrum Nürnberg!

 

Wann und wo trainieren wir?

Dienstag    20.00 - 21.30 Uhr    Langes Messer und Dolch

Mittwoch  19.00 - 21.00 Uhr     Langes Schwert nach der Lehre Liechtenauers

Da wir in verschiedenen Schulturnhallen trainieren (Anschluß an öffentliche Verkehrsmittel vorhanden) findet während der Schulferien und an Feiertagen kein reguläres Training statt.

Voraussetzung fürs Mitmachen ist lediglich bequeme Trainingskleidung und hallentaugliche Schuhe. Für die ersten Trainingseinheiten kann von uns ein Übungsgerät gestellt werden.
Bei weiterem Interesse ist eine eigene Fechtfeder erforderlich! Bei fortgeschrittenem Training dann auch Fechtmaske und Handschuhe.

Einen verantwortungsvollen Umgang mit Trainingsgeräten und -partnern setzen wir voraus!
Trotz aller Ernsthaftigkeit, die beim Training  erforderlich ist, soll aber bei uns natürlich immer der Spaß an der Sache im Vordergrund stehen.

 

Flyer zum Download (.pdf)

 

 


 

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